Wanderung im Kleinwalsertal (26.– 30.08.2006) – Allgäuer Alpen
Auch 2006 gibt es wieder eine Frauenwanderung. Diesmal in leicht veränderter Konstellation: Juliane war nicht dabei, dafür konnten wir aber Judy für unsere Gruppe gewinnen, wir waren also wieder zu neunt unterwegs. Der Wandertermin lag ganz schön spät – dafür, dass wir im letzten Jahr Anfang August schon Schnee hatten – war aber aufgrund unserer Studentinnen nicht anders möglich :)
Ich fange jetzt einfach mal an, ein wenig zu beschreiben – hoffe aber, ich bekomme von Euch noch ein paar Erinnerungen, da es gar nicht so einfach ist, alleine zu rekonstruieren:
Treffpunkt war diesmal der Bahnhof in Obersdorf. Nina und Anke, die von den Bergen ja nicht genug kriegen können, haben sich schon einen Tag früher getroffen und zusammen einen Klettersteig gemacht. Als wir uns mittags um vier trafen, hatten die zwei gerade ein Päckchen mit ihrem Klettergeschirr in Richtung Heimat aufgegeben und Anke schon die ersten überflüssigen Kleider mit dazugepackt. Mit dem Bus fuhren wir zusammen zur Talstation der Fellhornbahn und nachdem wir (mit ein paar Enthaltungen) beschlossen hatten den ersten Aufstieg komplett selbstständig zu übernehmen, liefen wir die ersten 500m nach oben. Auf 1519m erwartete uns das Kanzelwandhaus (Deutschland) – obwohl, von erwarten kann man eigentlich nicht reden. Die Naturfreunde-Herberge wurde gerade renoviert und wir konnten nur Bohrmaschinen hören. Nach Klingeln und Klopfen empfingen uns erstaunte Gesichter, die trotz telefonischer Voranmeldung nicht so richtig damit gerechnet hatten, dass noch Übernachtungsgäste kommen (O-ton: "Wir wollten gerade runter zum Essen fahren."). Gerade noch mal Glück gehabt! Schließlich bekamen wir doch noch lauwarme Käsespätzle mit Sandsalat (die Geste zählt) und ein Bett mit lustigen Jugendherbergsweisheiten. An diesem Abend packt Anke auch zum ersten Mal die Mundorgel Ihrer Mama aus, von deren Highlights sie uns fleißig Kopien gemacht hat. Danke, Anke!

Bei (Dauer-)Regen erreichten wir die Fiderepaßhütte (Österreich) – upps, das ging aber schnell! Ich glaube hier brauche ich Eure Hilfe, irgendwie kann ich mich nur noch an Regen erinnern!!!


Schön vom Frühstückstisch aus hatte man freien Blick auf das Geröllfeld, über das wir hinaufsteigen müssen – bei dem Gedanken ist mir gar nicht so wohl. So schlimm war es dann doch nicht, nur anstrengend – der Ausblick belohnt! Von hier aus gehts wieder bergab und bei beschwingten Melodien und sehr unterschiedlichem Tempo bis zur Mindelheimer Hütte (2.058m) – für andere Wanderer ist das eine Tagesetappe, wie wir in der nächsten Hütte erfahren, für unsere (von Britta und Ulli angeführte) "Sportwandergruppe" aber nur eine Zwischenetappe, an der es sich kaum lohnt anzuhalten ;) Judy und ich kamen dann kurz vor unserem Tagesziel doch noch zu einer Rast, auf großen spitzen Steinen, die einen bösen Riss in Ankes Ganzkörper-Regenumhang hinterlassen. Später sehen wir sogar noch Gemsen und Steinböcke, hören Murmeltiere und laufen ziemlich lange durch ein wunderhübches Kiefernwäldchen. Schließlich endet auch diese Etappe mit Regen – wie sooft bei dieser Tour – und wir erreichen durchnässt und etwas verschlammt die Widdersteinhütte (Österreich) . Mit Anja teile ich mir eine Zweierkabine auf dem Flur, Lisa, Mareike und Judy haben ein Dreierseparé und der Rest teilt sich das Lager mit dem Rest der Hütte. Die Stube ist klein und gemütlich, das Essen sehr gut – nur mit der Bedienung werden wir den ganzen Abend nicht so richtig warm – eine seltsame Person. Von ihr lernen wir auch, dass heißes Teewasser 1,80 Euro kostet, selbstverständlich ohne Teebeutel – wie kann man nur etwas anderes erwarten … Kniffel wird zum "Spiel der Tour 2006", dank der vorausschauenden Britta. Die Nacht wird recht laut und wir einigen uns, künftig in Massenlagern frühere Frühstückszeiten zu haben.

Über Nacht fällt Schnee, aber das kann uns nicht aus der Ruhe bringen. Schließlich sind wir vorbildlich ausgerüstet. Der Preis für die umfangreichste Ausrüstung geht an Anja B., die (im August!) sogar an Schal und Handschuhe gedacht hat – ganz nach dem Motto: "Nur nicht Frieren!" Nach einem Expeditionsgruppenbild stapfen wir zunächst durch matschigen Schnee, vorbei an kleinen Wasserfällen und mit vielen Bachüberquerungen hinunter nach Baad – einem malerisch gelegenen Ort am Ende des Kleinwalsertals. Hier war ganz ordentlich Betrieb, vornehmlich mit Seniorenwandergrüppchen auf Asphaltwegen. Die Zivilisation hatte uns aber nicht lange zurück, denn weiter ging es mit einem Aufstieg durch Nadelgehölz zur Ochsenscharte. Das Feld lag wieder ziemlich weit auseinander und eine sehnsüchtig erwartete Alpe war leider nicht bewirtschaftet. Dafür war die Landschaft wieder grandios und nach ein paar Blaubeersnacks und Diskussionen über den gemeingefährlichen Fuchsbandwurm kamen wir schließlich doch noch zu unserem Picknick. Von einem vorbeikommenden Wandersmann wurden wir wieder für unsere Ausdauer und die Länge unserer Etappe gelobt – wie sportlich! Ein aufkommendes Gewitter bewegte uns zum hastigen Aufbrechen; zur Hütte war es aber auch nicht mehr weit. Anderthalb Stunden später kamen wir, begleitet von obligatorischem Regen, an unserem letzten Nachtlager an: der legendären Schwarzwasserhütte (Österreich), in der auch schon Anjas und Ankes Mütter genächtigt hatten. Endlich warme Duschen und einzigartiges Chili. Brittas Bestimmungsbuch für Alpenblumen kommt zu Einsatz, vor allem weil Anja diesmal eine Blumenpresse dabei hat. Mehr davon sehen wir bald an dieser Stelle.

Nachts fällt wieder Schnee, was uns aber nicht mehr aus der Ruhe bringen kann. Beim Abstieg rasten wir noch kurz an der Melköde (Käsealpe), halten ein Schwätzchen mit der netten Kemptener Käseverkäuferin und decken uns mit Bergkäse ein, damit der Geschmack der Berge noch ein bisschen länger währt. In strömendem Regen geht es weiter zu einem beeindruckenden Wasserfall und schließlich nach Hirschegg, wo wir in den Bus steigen und mit einem Gruppenticket zurück nach Obersdorf fahren. Dort verabschieden wir uns von Britta, Ulli, Mareike und Lisa – wir anderen fünf essen noch zusammen zu Mittag, dann trennen sich auch unsere Wege.
Danke Euch allen: Nina für die schöne Routenplanung … Britta, Ulli und Mareike, für das intensive Training der Kondition und Wadenmuskulatur … Anke für die musikalische Umrahmung … Anja, für die floralen Erinnerungen … Lisa für die medizinische Beratung … Judy für ihre Gesellschaft in der Nachhut – es war einfach wieder schön mit uns, da kann auch das Wetter nichts dran rütteln.
Und damit auch das nächste Mal wieder alles passt, zum Schluss noch die bewährte Packliste für 2007:
Anja: will Mitglied im Alpenverein werden
Anke: weniger Gepäck
Judy: weniger Gepäck, Regenhaube
Nina: Sonnenbrille nicht vergessen, Regenhaube
Britta: ?
Ulli: ?
Mareike: ?
Lisa: ?
Mel: neue Regenjacke
Alle: Teebeutel einstecken, weniger Brot, ?
Weitere Einfälle können gerne hinzugefügt werden :)
> Melanie
Ich fange jetzt einfach mal an, ein wenig zu beschreiben – hoffe aber, ich bekomme von Euch noch ein paar Erinnerungen, da es gar nicht so einfach ist, alleine zu rekonstruieren:
Treffpunkt war diesmal der Bahnhof in Obersdorf. Nina und Anke, die von den Bergen ja nicht genug kriegen können, haben sich schon einen Tag früher getroffen und zusammen einen Klettersteig gemacht. Als wir uns mittags um vier trafen, hatten die zwei gerade ein Päckchen mit ihrem Klettergeschirr in Richtung Heimat aufgegeben und Anke schon die ersten überflüssigen Kleider mit dazugepackt. Mit dem Bus fuhren wir zusammen zur Talstation der Fellhornbahn und nachdem wir (mit ein paar Enthaltungen) beschlossen hatten den ersten Aufstieg komplett selbstständig zu übernehmen, liefen wir die ersten 500m nach oben. Auf 1519m erwartete uns das Kanzelwandhaus (Deutschland) – obwohl, von erwarten kann man eigentlich nicht reden. Die Naturfreunde-Herberge wurde gerade renoviert und wir konnten nur Bohrmaschinen hören. Nach Klingeln und Klopfen empfingen uns erstaunte Gesichter, die trotz telefonischer Voranmeldung nicht so richtig damit gerechnet hatten, dass noch Übernachtungsgäste kommen (O-ton: "Wir wollten gerade runter zum Essen fahren."). Gerade noch mal Glück gehabt! Schließlich bekamen wir doch noch lauwarme Käsespätzle mit Sandsalat (die Geste zählt) und ein Bett mit lustigen Jugendherbergsweisheiten. An diesem Abend packt Anke auch zum ersten Mal die Mundorgel Ihrer Mama aus, von deren Highlights sie uns fleißig Kopien gemacht hat. Danke, Anke!

Bei (Dauer-)Regen erreichten wir die Fiderepaßhütte (Österreich) – upps, das ging aber schnell! Ich glaube hier brauche ich Eure Hilfe, irgendwie kann ich mich nur noch an Regen erinnern!!!


Schön vom Frühstückstisch aus hatte man freien Blick auf das Geröllfeld, über das wir hinaufsteigen müssen – bei dem Gedanken ist mir gar nicht so wohl. So schlimm war es dann doch nicht, nur anstrengend – der Ausblick belohnt! Von hier aus gehts wieder bergab und bei beschwingten Melodien und sehr unterschiedlichem Tempo bis zur Mindelheimer Hütte (2.058m) – für andere Wanderer ist das eine Tagesetappe, wie wir in der nächsten Hütte erfahren, für unsere (von Britta und Ulli angeführte) "Sportwandergruppe" aber nur eine Zwischenetappe, an der es sich kaum lohnt anzuhalten ;) Judy und ich kamen dann kurz vor unserem Tagesziel doch noch zu einer Rast, auf großen spitzen Steinen, die einen bösen Riss in Ankes Ganzkörper-Regenumhang hinterlassen. Später sehen wir sogar noch Gemsen und Steinböcke, hören Murmeltiere und laufen ziemlich lange durch ein wunderhübches Kiefernwäldchen. Schließlich endet auch diese Etappe mit Regen – wie sooft bei dieser Tour – und wir erreichen durchnässt und etwas verschlammt die Widdersteinhütte (Österreich) . Mit Anja teile ich mir eine Zweierkabine auf dem Flur, Lisa, Mareike und Judy haben ein Dreierseparé und der Rest teilt sich das Lager mit dem Rest der Hütte. Die Stube ist klein und gemütlich, das Essen sehr gut – nur mit der Bedienung werden wir den ganzen Abend nicht so richtig warm – eine seltsame Person. Von ihr lernen wir auch, dass heißes Teewasser 1,80 Euro kostet, selbstverständlich ohne Teebeutel – wie kann man nur etwas anderes erwarten … Kniffel wird zum "Spiel der Tour 2006", dank der vorausschauenden Britta. Die Nacht wird recht laut und wir einigen uns, künftig in Massenlagern frühere Frühstückszeiten zu haben.

Über Nacht fällt Schnee, aber das kann uns nicht aus der Ruhe bringen. Schließlich sind wir vorbildlich ausgerüstet. Der Preis für die umfangreichste Ausrüstung geht an Anja B., die (im August!) sogar an Schal und Handschuhe gedacht hat – ganz nach dem Motto: "Nur nicht Frieren!" Nach einem Expeditionsgruppenbild stapfen wir zunächst durch matschigen Schnee, vorbei an kleinen Wasserfällen und mit vielen Bachüberquerungen hinunter nach Baad – einem malerisch gelegenen Ort am Ende des Kleinwalsertals. Hier war ganz ordentlich Betrieb, vornehmlich mit Seniorenwandergrüppchen auf Asphaltwegen. Die Zivilisation hatte uns aber nicht lange zurück, denn weiter ging es mit einem Aufstieg durch Nadelgehölz zur Ochsenscharte. Das Feld lag wieder ziemlich weit auseinander und eine sehnsüchtig erwartete Alpe war leider nicht bewirtschaftet. Dafür war die Landschaft wieder grandios und nach ein paar Blaubeersnacks und Diskussionen über den gemeingefährlichen Fuchsbandwurm kamen wir schließlich doch noch zu unserem Picknick. Von einem vorbeikommenden Wandersmann wurden wir wieder für unsere Ausdauer und die Länge unserer Etappe gelobt – wie sportlich! Ein aufkommendes Gewitter bewegte uns zum hastigen Aufbrechen; zur Hütte war es aber auch nicht mehr weit. Anderthalb Stunden später kamen wir, begleitet von obligatorischem Regen, an unserem letzten Nachtlager an: der legendären Schwarzwasserhütte (Österreich), in der auch schon Anjas und Ankes Mütter genächtigt hatten. Endlich warme Duschen und einzigartiges Chili. Brittas Bestimmungsbuch für Alpenblumen kommt zu Einsatz, vor allem weil Anja diesmal eine Blumenpresse dabei hat. Mehr davon sehen wir bald an dieser Stelle.

Nachts fällt wieder Schnee, was uns aber nicht mehr aus der Ruhe bringen kann. Beim Abstieg rasten wir noch kurz an der Melköde (Käsealpe), halten ein Schwätzchen mit der netten Kemptener Käseverkäuferin und decken uns mit Bergkäse ein, damit der Geschmack der Berge noch ein bisschen länger währt. In strömendem Regen geht es weiter zu einem beeindruckenden Wasserfall und schließlich nach Hirschegg, wo wir in den Bus steigen und mit einem Gruppenticket zurück nach Obersdorf fahren. Dort verabschieden wir uns von Britta, Ulli, Mareike und Lisa – wir anderen fünf essen noch zusammen zu Mittag, dann trennen sich auch unsere Wege.
Danke Euch allen: Nina für die schöne Routenplanung … Britta, Ulli und Mareike, für das intensive Training der Kondition und Wadenmuskulatur … Anke für die musikalische Umrahmung … Anja, für die floralen Erinnerungen … Lisa für die medizinische Beratung … Judy für ihre Gesellschaft in der Nachhut – es war einfach wieder schön mit uns, da kann auch das Wetter nichts dran rütteln.
Und damit auch das nächste Mal wieder alles passt, zum Schluss noch die bewährte Packliste für 2007:
Anja: will Mitglied im Alpenverein werden
Anke: weniger Gepäck
Judy: weniger Gepäck, Regenhaube
Nina: Sonnenbrille nicht vergessen, Regenhaube
Britta: ?
Ulli: ?
Mareike: ?
Lisa: ?
Mel: neue Regenjacke
Alle: Teebeutel einstecken, weniger Brot, ?
Weitere Einfälle können gerne hinzugefügt werden :)
> Melanie
bergziegen - 9. Sep, 21:42


